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Aston Service Hamburg

Rolls-Royce · 1980–1998

Rolls-Royce Silver Spirit, Bentley Mulsanne und Turbo R – die SZ-Baureihe

Achtzehn Jahre, zwei Marken, ein Unterbau. Hier steht, was Silver Spirit, Silver Spur, Mulsanne, Eight, Turbo R und Brooklands gemeinsam haben, wo sie sich je nach Markt und Jahrgang trennen und woran man einen gepflegten Wagen erkennt.

Steckbrief

Bauzeit
1980 bis Ende der Neunziger, je nach Modell
Rolls-Royce
Silver Spirit, Silver Spur mit langem Radstand, jeweils in mehreren Serien
Bentley
Mulsanne, Mulsanne Turbo, Eight, Mulsanne S, Turbo R, Brooklands
Motor
6,75-Liter-V8, bei Bentley-Turbomodellen mit Abgasturbolader
Gemischaufbereitung
Vergaser oder Einspritzung, je nach Markt und Baujahr
Getriebe
GM-Dreigangautomatik, ab Anfang der Neunziger Viergangautomatik
Hydraulik
Mineralöl-Hochdrucksystem für Bremsen und hintere Niveauregulierung

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des Silver Spirit

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Federbeine der Hinterachse

    Die gasgefüllten Kugeln der hinteren Niveauregulierung verlieren mit den Jahren ihre Füllung. Das Heck federt dann hart und stuckert – oft ohne Warnleuchte und deshalb lange unbemerkt.

  2. Druckspeicher und Pumpen

    Schaltet die Hydraulikpumpe spürbar häufiger oder leuchtet die Bremsdruckwarnung nach dem Start lange, sind Druckspeicher oder Pumpe erschöpft. Weiterfahren verschiebt das Problem in die Bremssättel.

  3. Hitze im Motorraum der Turbos

    Bei Mulsanne Turbo und Turbo R setzt die Wärme des Laders Schläuchen, Kabelsträngen und Dichtungen zu. Ölverlust am Lader und rissige Leitungen in seiner Nähe sind typische Befunde.

  4. Einspritzanlage nach Standzeit

    Mechanisch geregelte Einspritzungen reagieren empfindlich auf gealterten Kraftstoff und lange Pausen. Kaltstartprobleme und unruhiger Leerlauf deuten auf Mengenteiler, Warmlaufregler oder Einspritzventile.

  5. Radläufe, Schweller, Schiebedach

    Rost sitzt an Radläufen, Schwellern und an den Aufnahmen der Hinterachse. Bei Wagen mit Schiebedach verstopfte Abläufe prüfen – das Wasser läuft sonst in Säulen und Fußraum.

Die SZ-Baureihe: zwei Marken, ein Unterbau

1980 löste die SZ-Reihe den Silver Shadow ab. Die Plattform stammt im Kern vom Vorgänger, Karosserie und Hinterachse sind neu. Rolls-Royce brachte Silver Spirit und den verlängerten Silver Spur, Bentley den Mulsanne. Was dann folgte, trennte beide Marken stärker als je zuvor: Bentley wurde über den Turbo zur sportlichen Hälfte des Hauses.

ModellMarkeEinordnung
Silver Spirit / Silver SpurRolls-RoyceSaugmotor, Spur mit langem Radstand; mehrere Serien
Mulsanne / Mulsanne SBentleySchwestermodell des Silver Spirit
EightBentleyEinstiegsmodell mit Netzgrill, straffere Abstimmung
Mulsanne TurboBentleyErster Turbo der Reihe, Lader bläst durch Vergaser
Turbo RBentleyTurbo mit Einspritzung und strafferem Fahrwerk
BrooklandsBentleyNachfolger von Mulsanne S und Eight in den Neunzigern

Die genauen Jahre überschneiden sich je nach Markt. Für Wartung und Teile zählt die Fahrgestellnummer, nicht das Modellschild – innerhalb einer Serie gab es laufend Änderungen.

Hydraulik und Fahrwerk der SZ-Reihe

Das Hochdrucksystem arbeitet ausschließlich mit Mineralöl. Es versorgt die Bremsen und die hintere Niveauregulierung, die an der Hinterachse über Federbeine mit Gasdruckkugeln arbeitet. Vorn federn Schraubenfedern ohne Höhenausgleich. Anders als beim Silver Shadow stellt sich deshalb die Frage nach der Flüssigkeitssorte nicht mehr – wohl aber die nach dem Alter der Kugeln.

Eine müde Kugel verändert das Fahrgefühl schleichend. Der Besitzer gewöhnt sich an ein härteres Heck, bis Vergleich oder Prüfung zeigt, wie der Wagen eigentlich fahren sollte. Ende der Achtziger kam bei vielen Modellen eine elektronisch geregelte Dämpfung dazu, die mit Sensoren und Stellern ein eigenes Diagnosefeld eröffnet.

Bremsen

Die Bremsanlage bezieht ihren Druck aus Speichern, die eine vom Motor angetriebene Pumpe lädt. Späte Jahrgänge haben ABS. Ein weicher oder ungleichmäßiger Pedaldruck ist selten ein Belagproblem – meist steckt ein Speicher, ein Ventil oder eine undichte Leitung dahinter. Den Hydraulik-Service behandeln wir als System, nicht als Einzelteilwechsel.

Motor: Vergaser, Einspritzung und Turbo

Der 6,75-Liter-V8 stammt aus der Vorgängergeneration und wurde im Lauf der Jahre mehrfach überarbeitet. Europäische Saugmotoren begannen mit Vergasern; für Märkte mit strengeren Abgasvorschriften kam früher eine mechanisch geregelte Einspritzung. Ab Mitte der Achtziger setzte sich die Einspritzung in der gesamten Reihe durch.

Mulsanne Turbo und Turbo R

Der Mulsanne Turbo kombinierte einen Abgasturbolader mit einem Vergaser, durch den der Lader die verdichtete Luft drückte. Der Turbo R erhielt Einspritzung, ein strafferes Fahrwerk und Leichtmetallräder mit breiteren Reifen. Beide verlangen sauberes Öl, eine intakte Ölversorgung des Laders und geduldiges Warmfahren. Wer den Motor nach scharfer Fahrt sofort abstellt, belastet Lagerung und Dichtungen des Laders.

Anfang der Neunziger löste eine Viergangautomatik die bewährte Dreigangautomatik ab. Das senkt Drehzahl und Geräusch auf der Autobahn, bringt aber elektronische Steuerung ins Getriebe.

Kühlung und Klimaanlage

Der V8 sitzt eng im Motorraum, beim Turbo zusätzlich neben einem heißen Lader. Kühlerlamellen, Schläuche und Thermostat altern hier schneller als bei einem luftigeren Aufbau. Weil der Block aus Leichtmetall ist, gehört Kühlmittel mit passendem Korrosionsschutz in regelmäßigen Abständen gewechselt – nicht erst, wenn die Temperaturanzeige steigt.

Die Klimaautomatik der SZ-Reihe regelt Temperatur und Luftverteilung über Servos, Klappen und Fühler. Fällt eine Ebene aus oder bläst die Anlage nur noch warm, liegt die Ursache oft in der Regelung und nicht im Kältekreis. Frühe Wagen kamen mit R12, spätere mit dem Nachfolgekältemittel; welches in Ihrem Wagen steckt, zeigt in der Regel der Aufkleber im Motorraum.

Karosserie und Unterboden

Die SZ-Karosserie rostet weniger freizügig als der Vorgänger, aber an denselben Stellen: Radläufe, Schwellerenden, Wagenheberaufnahmen und die Bereiche um die Hinterachsaufnahme. Bei Silver Spur und Brooklands mit Schiebedach gehören die Abläufe in jede Inspektion. Schweißarbeiten und Lackierung dokumentieren wir mit Fotos jeder Arbeitsphase.

Wartung, Elektrik und Innenraum

Viele SZ-Wagen fahren wenige tausend Kilometer im Jahr. Für sie zählt das Intervall nach Zeit mehr als der Tacho: Motoröl, Kühlmittel und Hydrauliköl altern auch in der Garage. Welche Abstände für wenig bewegte Klassiker taugen, steht in unserem Ratgeber zu den Wartungsintervallen.

Bei der SZ-Reihe wächst der Anteil der Elektronik von Jahrgang zu Jahrgang: Einspritzsteuerung, Dämpferregelung, ABS, Klimaautomatik. Fehler zeigen sich oft sporadisch und verschwinden wieder. Wir verfolgen sie mit Schaltplan und Messgerät bis zur Ursache; wie wir dabei vorgehen, steht unter Elektrik und Klimatechnik.

Leder, Wurzelholz und Teppich prägen den Wert eines Silver Spur oder Brooklands stärker als bei fast jedem anderen Auto. Kleinere Schäden bereiten wir selbst auf; für neue Bezüge oder abgelöstes Furnier holen wir ausgewählte Sattler und Holzspezialisten dazu. Den Nachfolger der Bentley-Linie, den Arnage, betreuen wir ebenfalls.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem Silver Spirit machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Rolls-Royce & Bentley
  • Hydraulik-Service für Bremsen, Federung und Niveauregulierung
  • Bremsen mit Druckspeichern, Ventilen, Sätteln und Belägen
  • Wartung und Inspektion, Ölwechsel und Filterservice
  • Elektrik – Diagnose mit Schaltplänen und Messtechnik, Bordnetz und Sensorik
  • Klimaanlage – Wartung, Befüllung, Lecksuche und Tausch von Kompressor oder Trockner
  • Kühlsystem, Getriebe und Motorrevision
  • Aufbereitung von Leder und Wurzelholz, größere Arbeiten gemeinsam mit Sattlern und Holzspezialisten
  • Prüfung vor dem Kauf eines Mulsanne, Turbo R oder Silver Spur mit schriftlichem Gutachten

Häufige Fragen

Fragen zum Silver Spirit

Sind Bentley Mulsanne und Rolls-Royce Silver Spirit technisch gleich?

Ja, im Grundaufbau. Karosserie, Hydraulik, Fahrwerk und Saugmotor sind identisch, die Unterschiede liegen bei Grill, Emblemen und Ausstattung. Anders sieht es bei den Bentley-Turbomodellen aus – Mulsanne Turbo und Turbo R haben mit Lader, Abstimmung und je nach Jahrgang eigenem Fahrwerk Themen, die kein Rolls-Royce dieser Reihe kennt.

Welche Hydraulikflüssigkeit braucht die SZ-Baureihe?

Mineralöl nach Rolls-Royce-Spezifikation, bei allen Wagen dieser Reihe. Bremsflüssigkeit gehört nicht in das Hochdrucksystem und zerstört die Dichtungen. Wichtig ist außerdem, dass das Hochdrucksystem mit den Behältern im Motorraum nicht mit anderen Kreisläufen verwechselt wird – beim Nachfüllen lohnt ein Blick auf die Beschriftung.

Hat mein Wagen Vergaser oder Einspritzung?

Das hängt von Markt und Baujahr ab. Frühe europäische Saugmotoren tragen Vergaser, für andere Märkte gab es früher Einspritzung, und ab Mitte der Achtziger stellte Crewe schrittweise um. Der Mulsanne Turbo blies seine Ladeluft noch durch einen Vergaser, der Turbo R bekam die Einspritzung. Ein Blick in den Motorraum klärt es in Sekunden.

Worauf achten beim Kauf eines Bentley Turbo R?

Auf Wartungsnachweise und einen kalten Motor bei der Besichtigung. Kaltstartverhalten, Öldruck, Rauch beim Anfahren und die Arbeit des Laders sagen viel. Dazu gehören Druckaufbau der Hydraulik, Zustand der hinteren Federbeine und Rost an den Radläufen. Eine Prüfung vor dem Kauf dauert bei uns 3 bis 5 Stunden und endet mit schriftlichem Gutachten.

Termin für Ihren Silver Spirit?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.