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Aston Service Hamburg

Jaguar · 1959–1967

Jaguar Mark 2 – Werkstatt für die klassische Sportlimousine

Selbsttragende Karosserie, XK-Motor, Starrachse mit Auslegerfedern – der Mark 2 ist einfacher gebaut als ein E-Type, aber an anderen Stellen empfindlich. Hier steht, welche das sind und was ein Besitzer einplanen sollte.

Steckbrief

Bauzeit
1959–1967, als 240 und 340 bis Ende der Sechziger
Motoren
XK-Reihensechszylinder mit 2,4, 3,4 und 3,8 Litern
Gemischaufbereitung
Zwei Solex-Vergaser beim 2.4, zwei SU-Vergaser bei 3.4 und 3.8
Getriebe
Moss-Viergang, optional mit Overdrive, alternativ Borg-Warner-Automatik; gegen Ende vollsynchronisiertes Jaguar-Getriebe
Aufbau
Selbsttragende Stahlkarosserie mit gummigelagertem Hilfsrahmen vorn
Hinterachse
Starrachse an Auslegerblattfedern mit Längslenkern und Panhardstab
Bremsen
Dunlop-Scheibenbremsen an allen vier Rädern mit Bremskraftverstärker
Verwandte
Jaguar 240 und 340, Daimler 2.5 V8 und V8-250

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des Mark 2

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Schweller und Wagenheberaufnahmen

    Die Schweller sind tragende Kastenprofile. Rosten Innen- und Außenschweller samt Wagenheberaufnahmen durch, verliert die Karosserie Steifigkeit – oft erkennbar an Türen, die nicht mehr sauber schließen.

  2. Aufnahmen der hinteren Federn

    Die Auslegerfedern sind vorn im Bodenbereich verankert. Rost an diesen Aufnahmen ist ein Sicherheitsthema und nur mit fachgerechter Schweißarbeit zu beheben, nicht mit Blech darüber.

  3. Böden, Radläufe und Kofferraum

    Vordere und hintere Bodenbleche, hintere Radläufe, Reserveradmulde und Heckschürze. Unter den hinteren Radabdeckungen sammelt sich Schmutz und hält Feuchtigkeit am Blech.

  4. Moss-Getriebe und Overdrive

    Der erste Gang ist nicht synchronisiert, die Synchronringe der übrigen Gänge verschleißen. Der elektrisch geschaltete Overdrive fällt oft wegen Magnetschalter, Relais oder Ölstand aus, nicht wegen innerer Schäden.

  5. Hitze beim 3.8

    Der große Motor erwärmt den Motorraum stark. Im Stau steigt die Temperatur, wenn Kühler, Lüfter oder Thermostat nachlassen. Hinzu kommen Dampfblasen im Kraftstoffsystem an heißen Tagen.

  6. Speichenräder

    Viele Mark 2 fahren auf Speichenrädern mit Zentralverschluss. Ausgeschlagene Verzahnungen an Nabe und Rad erzeugen Klacken beim Anfahren und Bremsen, lose Speichen lassen die Räder schlagen.

Mark 2, 240, 340 und Daimler: die Familie im Überblick

Der Mark 2 löste 1959 die kleine Jaguar-Limousine ab, die heute meist Mark 1 genannt wird. Größere Fensterflächen, eine breitere Spur hinten und Scheibenbremsen an allen Rädern unterscheiden ihn vom Vorgänger. Mit dem 3,8-Liter gehörte er zu den schnellsten Limousinen seiner Zeit. Die selbsttragende Karosserie blieb im Kern gleich und wurde zur Basis für mehrere Ableger.

ModellBauzeitMotorUnterschiede für die Werkstatt
Mark 2 2.41959–1967XK 2,4 lkurzhubiger XK, zwei Solex-Vergaser
Mark 2 3.41959–1967XK 3,4 lzwei SU-Vergaser
Mark 2 3.81959–1967XK 3,8 lzwei SU-Vergaser, größte Wärmeentwicklung
240 und 340ab 1967XK 2,4 und 3,4 lschmale Stoßstangen, einfachere Ausstattung
Daimler 2.5 V8 und V8-2501962–1969Daimler-V8 2,5 leigener Motor, meist mit Automatik, geriffelter Grill

Der S-Type von 1963 nutzt den Vorderwagen des Mark 2, hat aber ein verlängertes Heck und die Einzelradaufhängung hinten aus dem großen Jaguar-Programm. Technisch ist er deshalb ein eigenes Kapitel, auch wenn er von vorn fast gleich aussieht.

Technik, die man am Mark 2 kennen muss

Karosserie als Rahmen

Anders als beim E-Type gibt es keinen separaten Rohrrahmen. Die gesamte Blechstruktur trägt, und vorn nimmt ein gummigelagerter Hilfsrahmen Motor und Vorderachse auf. Jeder Rostschaden an Schwellern, Längsträgern oder Federaufnahmen ist damit ein Schaden am Tragwerk – das bestimmt die Reihenfolge jeder Instandsetzung.

Die Hinterachse

Hinten arbeitet eine Starrachse an einseitig eingespannten Blattfedern, den sogenannten Auslegerfedern. Längslenker führen die Achse, ein Panhardstab hält sie seitlich. Die Konstruktion ist robust und einfach zu warten, verzeiht aber keine ausgeschlagenen Buchsen: Dann versetzt das Heck in Kurven und auf Bodenwellen spürbar.

Vergaser

Beim 3.4 und 3.8 sorgen zwei SU-Vergaser für das Gemisch. Sie sind einfacher abzustimmen als die Dreifachanlage des E-Type, verlangen aber dieselbe Sorgfalt bei Drosselklappenwellen, Nadeln und Dämpferöl. Die SU-Anlage stellen wir ein, synchronisieren sie und überholen sie bei Bedarf komplett. Die Solex-Anlage des 2.4 folgt einer anderen Logik und hat eigene Verschleißteile.

Getriebe und Overdrive

Die meisten Mark 2 schalten über das Moss-Getriebe mit seinem unsynchronisierten ersten Gang. Gegen Ende der Bauzeit ersetzte Jaguar es durch ein eigenes, vollsynchronisiertes Getriebe. Der Laycock-Overdrive wirkt auf den vierten Gang und wird elektrisch zugeschaltet. Fahrzeuge mit Automatik nutzen ein Borg-Warner-Getriebe, dessen Schaltverhalten viel über Ölzustand und Einstellung verrät.

Bremsen und Elektrik

Die Dunlop-Scheibenbremsen an allen vier Rädern waren 1959 ein Argument, heute sind sie ein Teilethema. Sättel, Kolben und Dichtungen müssen passend zum Baujahr beschafft werden. Das Bordnetz ist einfach aufgebaut, bei vielen Fahrzeugen mit Plus an Masse und Gleichstromlichtmaschine – wer Zubehör einbaut, muss die Polung prüfen.

Wartung: worauf es beim Mark 2 ankommt

Der Mark 2 hat zahlreiche Schmierstellen an Vorderachse, Lenkung und Kardanwelle. Werden sie vergessen, verschleißen Gelenke und Buchsen lange unbemerkt. Beim Service gehören außerdem Ventilspiel, Vergaser, Zündung, Bremsflüssigkeit und der Ölstand im Overdrive dazu – der Overdrive teilt sich das Öl mit dem Getriebe, ein zu niedriger Stand legt ihn als Erstes lahm.

Die Dunlop-Bremse verträgt lange Standzeiten schlecht. Feuchtigkeit in der Bremsflüssigkeit greift Kolben und Zylinder an, Sättel gehen fest oder lösen nicht mehr sauber. Ein regelmäßiger Wechsel der Flüssigkeit kostet wenig im Vergleich zu überholten Sätteln, gerade wenn der Wagen nur im Sommer bewegt wird.

Speichenräder brauchen eigene Aufmerksamkeit. Verzahnung, Zentralmuttern und Speichenspannung prüfen wir bei jeder Inspektion, bevor sich Spiel zu einem Schaden auswächst. Die Intervalle für selten bewegte Klassiker beschreibt unser Ratgeber zu Wartungsintervallen.

Restaurierung und größere Arbeiten

Am Mark 2 wird restauriert, weil geschweißt werden muss – fast nie wegen des Motors. Eine sorgfältige Arbeit beginnt mit dem Vermessen der Karosserie, bevor alte Bleche herauskommen, sonst verzieht sich der Aufbau. Federaufnahmen, Schweller und Böden werden in fester Reihenfolge erneuert.

Vor dem Lack kommen Chromteile, Zierleisten, Stoßstangen und Radabdeckungen ab. Gerade an den Übergängen von Kotflügeln zu Scheinwerfertöpfen und an den unteren Türkanten zeigt sich erst dann, wie viel Rost unter der Oberfläche steckt. Lackierung und Lackaufbereitung übernehmen wir im selben Ablauf.

Die Fotodokumentation jeder Phase einer Restaurierung zeigt Ihnen später, welches Blech ersetzt und welches gerettet wurde. Vor dem Kauf eines Mark 2 sagt der Blick unter das Auto mehr als jede Probefahrt. Bei der Kaufberatung prüfen wir das Fahrzeug vor Ort und fassen den Befund schriftlich zusammen.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem Mark 2 machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Jaguar & Daimler
  • SU-Vergaser beim 3.4 und 3.8 einstellen, synchronisieren und überholen
  • Bremsanlage komplett, Dunlop-Sättel, Scheiben und Hydraulik
  • Kupplung und Getriebe, einschließlich Overdrive
  • Lucas-Elektrik prüfen, Bordnetz instand setzen oder neu verlegen
  • Schweißarbeiten an Schwellern, Böden und Federaufnahmen
  • Karosserie-Instandsetzung bis zur Komplettrestaurierung, mit Fotos jeder Arbeitsphase
  • Motorrevision am XK-Sechszylinder
  • Prüfung vor dem Kauf mit schriftlichem Gutachten

Häufige Fragen

Fragen zum Mark 2

Welcher Mark 2 ist der richtige – 2.4, 3.4 oder 3.8?

Das hängt vom Einsatz ab. Der 2.4 ist deutlich schwächer und fährt mit Solex- statt SU-Vergasern. Der 3.8 bietet die meiste Leistung und erzeugt die meiste Wärme. Der 3.4 liegt dazwischen. Wichtiger als der Motor ist in jedem Fall der Zustand der Karosserie.

Was unterscheidet den Mark 2 vom späteren 240 und 340?

Vor allem Ausstattung und Details. Die Nachfolger ab 1967 tragen schmalere Stoßstangen und eine einfachere Innenausstattung. Beim 240 überarbeitete Jaguar Zylinderkopf und Ansaugseite. Karosserie, Achsen und Grundtechnik entsprechen dem Mark 2, was Wartung und Ersatzteilversorgung betrifft.

Warten Sie auch den Daimler 2.5 V8?

Ja. Karosserie, Achsen und Bremsen entsprechen weitgehend dem Mark 2, der Motor ist ein eigener, von Edward Turner konstruierter Daimler-V8 mit hängenden Ventilen und Stoßstangen. Teile für diesen Motor beschaffen wir über unsere Kontakte in Großbritannien und Deutschland.

Lässt sich ein Moss-Getriebe gegen ein vollsynchrones tauschen?

Technisch ist das möglich, aber es verändert den Originalzustand. Oft reicht eine Überholung des vorhandenen Getriebes, und der nicht synchronisierte erste Gang wird mit Übung zur Nebensache. Wir besprechen mit Ihnen beide Wege und legen einen schriftlichen Kostenvoranschlag vor.

Termin für Ihren Mark 2?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.