Zum Inhalt springen
Aston Service Hamburg

Bentley · 2003–2018

Bentley Continental GT – W12, V8 und die ersten zwei Generationen

Der Continental GT hat Bentley in eine neue Größenordnung gebracht – und mit ihm eine Technik, die anders altert als jeder Crewe-Klassiker davor. Hier steht, was Coupé, GTC und Flying Spur der Jahre 2003 bis 2018 brauchen und wo die typischen Befunde liegen.

Steckbrief

Bauzeit
Erste Generation ab 2003, zweite ab 2011 bis 2018
Karosserien
Coupé GT, Cabriolet GTC, viertürige Limousine Flying Spur
Motoren
6,0-Liter-W12 mit zwei Turboladern; ab 2012 zusätzlich 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern
Antrieb
Permanenter Allradantrieb mit Mittendifferenzial
Getriebe
ZF-Automatik, sechs Gänge; mit dem V8 acht Gänge, später auch beim W12
Fahrwerk
Luftfederung mit geregelten Dämpfern

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des Continental GT

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Luftfederbeine und Kompressor

    Die Bälge werden mit dem Alter rissig, der Kompressor läuft dann länger und öfter. Steht der Wagen morgens an einer Ecke tiefer, ist das ein früher, noch günstig zu behebender Hinweis.

  2. Zündspulen am W12

    Zwölf Einzelspulen bedeuten zwölf mögliche Aussetzer. Ruckeln unter Last und eine blinkende Motorleuchte gehen häufig auf eine Spule oder Kerze zurück – bei höherer Laufleistung selten nur auf eine.

  3. Kühlmittelleitungen

    Im eng gebauten Motorraum des W12 verlaufen Kühlmittelleitungen und Flansche, die mit den Jahren undicht werden. Süßlicher Geruch nach der Fahrt oder sinkender Pegel im Ausgleichsbehälter sind Anlass zur Suche.

  4. Kühler hinter der Frontschürze

    Laub, Sand und Streusalz sammeln sich zwischen Kühlern und Kondensator. Das kostet Kühlleistung und lässt Lamellen korrodieren – ein Grund für regelmäßige Reinigung von vorn.

  5. Batterie und Bordspannung

    Die vielen Steuergeräte reagieren empfindlich auf Unterspannung. Eine schwache Batterie erzeugt Fehlermeldungen, die nach Getriebe, Fahrwerk oder Komfortelektrik aussehen, aber keine Ursache dort haben.

Continental GT, GTC und Flying Spur im Überblick

2003 stellte Bentley unter Volkswagen-Regie ein Coupé vor, das die Marke in neue Stückzahlen führte. Der Continental GT nutzte eine Plattform aus dem Konzern, bekam aber einen eigenen Motor, eigene Karosserie und ein Interieur nach Crewer Tradition. Es folgten die viertürige Limousine Continental Flying Spur und das Cabriolet GTC, später leistungsstärkere Speed-Versionen.

2011 kam die zweite Generation mit überarbeiteter Karosserie und neuem Innenraum. Ab 2012 gab es neben dem W12 einen 4,0-Liter-V8 mit zwei Turboladern und Achtgangautomatik. Die Limousine hieß nun nur noch Flying Spur.

Technisch teilen Coupé, Cabriolet und Limousine Motor, Antrieb und Grundaufbau. Der Flying Spur bringt längeren Radstand, zwei zusätzliche Türen und mehr Komfortelektrik im Fond mit – mehr Stellmotoren, mehr Kabel, mehr Stellen für Feuchtigkeit. Der GTC ergänzt das Verdeck als eigenes Wartungsthema.

GenerationZeitraumMotorenMerkmale
Erste2003–20116,0-Liter-W12Sechsgangautomatik, Speed-Versionen, GTC ab Mitte der Nullerjahre
Zweite2011–2018W12 und ab 2012 4,0-Liter-V8Achtgangautomatik mit dem V8, neuer Innenraum

Der W12: viel Motor auf wenig Raum

Der Zwölfzylinder in W-Bauweise ist kurz genug für den Allradantrieb und entsprechend dicht gepackt. Zwei Turbolader, Ladeluftkühlung, Nockenwellenverstellung und zwölf Einzelzündspulen sitzen auf engem Raum. Viele Arbeiten beginnen deshalb mit dem Freilegen des Motors – ein Kostenfaktor, den man bei jeder Reparatur einrechnet und nach Möglichkeit mit anstehender Wartung bündelt.

Aussetzer, Ölverlust an Ventildeckeln und Kühlmittelverlust sind die drei Befunde, die bei älteren W12 am häufigsten auftreten. Keiner davon ist ungewöhnlich, alle sind bei früher Behandlung gut beherrschbar. Teuer wird es, wenn ein Aussetzer lange überfahren wird und unverbrannter Kraftstoff die Katalysatoren belastet.

Der V8 der zweiten Generation

Der 4,0-Liter-V8 kam mit der zweiten Generation und brachte weniger Gewicht auf die Vorderachse. Seine Turbolader sitzen im Innern des Zylinder-V, was Wege kurz, den Motorraum aber heiß macht. Kunststoffteile und Leitungen in diesem Bereich altern schneller als anderswo. Je nach Ausführung schaltet er bei geringer Last Zylinder ab, um Verbrauch zu sparen.

Allrad, Getriebe und Luftfederung

Der permanente Allradantrieb verteilt die Kraft über ein Mittendifferenzial an beide Achsen. Er verlangt Reifen mit gleichmäßigem Profil rundum; unterschiedlich abgefahrene Achsen belasten den Antriebsstrang. Die ZF-Automatik ist robust, wenn ihr Öl nicht als lebenslang betrachtet wird. Rucken beim Herunterschalten ist häufig ein Hinweis auf gealtertes Öl oder die Steuerung, selten ein mechanischer Schaden.

Die Luftfederung macht den Continental komfortabel und erlaubt die Niveauwahl. Bälge, Leitungen, Ventilblock und Kompressor bilden ein System – wer nur das eine Teil tauscht, das gerade auffällt, sieht den nächsten Fehler oft wenige Monate später. Beim GTC kommt die Mechanik des Stoffverdecks mit Antrieb, Sensoren und Dichtungen dazu.

Bremsen, Räder und Gewicht

Ein Continental wiegt weit über zwei Tonnen und beschleunigt trotzdem wie ein Sportwagen. Entsprechend groß sind Scheiben und Sättel, entsprechend teuer ihr Verschleiß. Ein Teil der Wagen hat Keramikbremsen, die anders altern und anders geprüft werden als Stahlscheiben. Zittern im Lenkrad beim Bremsen aus hohem Tempo deutet eher auf Scheiben als auf Fahrwerksteile.

Querlenkerlager und Traggelenke der Vorderachse tragen das Gewicht des Motors. Bei höherer Laufleistung zeigen sie sich durch Klopfen über Kanten oder unruhigen Geradeauslauf. Die Achsvermessung gehört nach jeder Arbeit an der Aufhängung dazu, weil falsche Werte bei diesem Gewicht die Reifen schnell ruinieren.

Wartung nach Zeit, nicht nur nach Kilometern

Viele Continental fahren heute als Zweitwagen und kommen im Jahr auf wenige tausend Kilometer. Das Wartungsintervall richtet sich dann nach dem Kalender: Bremsflüssigkeit zieht Wasser, Kühlmittel verliert seinen Korrosionsschutz, Motoröl altert auch ohne Laufleistung. Wer den Wagen über den Winter abstellt, hält die Batterie mit einem Erhaltungsgerät bei Spannung.

Elektrik, Klima und Innenraum

Ein Continental hat mehr Steuergeräte als ein ganzer Fuhrpark klassischer Bentley. Viele Fehlermeldungen entstehen aus Spannungseinbrüchen, Steckverbindungen oder Wasser an falscher Stelle. Bevor ein Steuergerät verdächtigt wird, prüfen wir Versorgung, Masse und Leitungen – mehr zu Diagnose und Klimaservice auf der Seite Elektrik und Klima. Die Klimaanlage warten wir mit Lecksuche und Befüllung; Kompressor, Trockner und Verdampfer tauschen wir, wenn nötig.

Leder und Furnier altern im Continental eher durch Nutzung als durch Zeit: Seitenwangen, Lenkrad und Mittelkonsole zeigen es zuerst. Gezielte Aufbereitung dieser Stellen erhält das Original; für mehr ziehen wir ausgewählte Sattler und Holzspezialisten hinzu.

Wer vom Continental zu den Klassikern schaut, findet den Übergang im Arnage, der zur selben Zeit noch mit dem großen V8 aus Crewe gebaut wurde. Einen Überblick über alle Arbeiten an Rolls-Royce und Bentley gibt die Markenseite. Vor dem Kauf eines gebrauchten Continental empfiehlt sich unsere Kaufberatung.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem Continental GT machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Rolls-Royce & Bentley
  • Wartung und Inspektion, Ölwechsel und Filterservice für W12 und V8
  • Elektrik – Diagnose mit Schaltplänen und Messtechnik, Bordcomputer, Sensorik und Batterie
  • Klimaanlage – Wartung, Befüllung, Lecksuche, Tausch von Kompressor, Trockner oder Verdampfer
  • Kühlsystem – Lecksuche, Leitungen, Kühler und Pumpe
  • Große Bremsanlage – Scheiben, Beläge, Sättel und Bremsflüssigkeit
  • Getriebe und Motorrevision
  • Lackaufbereitung sowie Aufbereitung von Sitzwangen, Lenkrad und Furnier
  • Kaufberatung für gebrauchte GT, GTC und Flying Spur, auf Wunsch mit Begleitung zur Besichtigung

Häufige Fragen

Fragen zum Continental GT

Betreuen Sie auch moderne Bentley Continental?

Ja. Neben Klassikern von Rolls-Royce und Bentley arbeiten wir ausdrücklich auch an modernen Continental. Wir übernehmen Wartung, Elektrikdiagnose, Klima, Kühlsystem und Bremsen. Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag, und ergibt sich ein Mehrbefund, sprechen wir erst mit Ihnen, bevor weitergearbeitet wird.

W12 oder V8 – welcher Continental ist wartungsfreundlicher?

Der V8, in der Regel. Er hat weniger Zylinder, weniger Zündspulen und mehr Platz im Motorraum, was viele Arbeiten einfacher macht. Der W12 ist bei guter Pflege ausgesprochen langlebig, aber jede Arbeit hinter dem Motor oder unter dem Ansaugtrakt kostet mehr Zeit. Für die Wahl zählt die Wartungshistorie des einzelnen Wagens stärker als die Motorbauart.

Wann sollte die Luftfederung geprüft werden?

Bei jeder Inspektion und sofort, wenn der Wagen über Nacht absinkt. Ein undichter Balg zwingt den Kompressor zu Dauerarbeit, bis er selbst ausfällt. Wer früh reagiert, tauscht ein Federbein; wer wartet, oft zusätzlich Kompressor oder Ventilblock. Nach dem Winter lohnt ein Blick auf Bälge und Leitungen, weil Salz und Kälte das Gummi altern lassen.

Was ist beim Kauf eines Continental GT der ersten Generation wichtig?

Die Wartungshistorie und ein Blick unter das Auto. Rechnungen zu Getriebeöl, Zündung und Kühlsystem sagen mehr als die Laufleistung. Auf der Bühne zeigen sich Leckagen, Zustand der Luftfederung und Bremsen. Unsere Prüfung vor dem Kauf dauert 3 bis 5 Stunden und endet mit einem schriftlichen Gutachten, auf Wunsch mit Begleitung zur Besichtigung.

Termin für Ihren Continental GT?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.