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Aston Service Hamburg

Aston Martin · 2001–2007 und 2012–2018

Aston Martin Vanquish – zwei Generationen, klar getrennt

Hinter dem Namen Vanquish stehen zwei Autos, die technisch wenig teilen. Diese Seite trennt den V12 Vanquish aus Newport Pagnell sauber von der Generation ab 2012 und zeigt, wo Getriebe, Kupplung, Zündung und Karosserie heute Aufmerksamkeit brauchen.

Steckbrief

Erste Generation
V12 Vanquish 2001–2007, ab 2004 als Vanquish S, gebaut in Newport Pagnell
Zweite Generation
Vanquish 2012–2018, Coupé und Volante, gebaut in Gaydon
Motor
V12 mit 5,9 Liter Hubraum in beiden Generationen, jeweils eigene Entwicklungsstufe
Getriebe erste Generation
Automatisierte Sechsgang-Handschaltung mit elektrohydraulischer Betätigung und Schaltwippen
Getriebe zweite Generation
Touchtronic-Wandlerautomatik, zunächst mit sechs, später mit acht Gängen
Aufbau
Erste Generation Aluminium mit Kohlefaser-Verbundteilen; zweite Generation VH-Aluminiumstruktur mit Karosserieteilen aus Kohlefaser

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des Vanquish

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Kupplung des automatisierten Getriebes

    Beim V12 Vanquish betätigt eine Hydraulik die Kupplung eines Schaltgetriebes. Jede Schleifphase kostet Belag. Hohe Drehzahl beim Anfahren, Gummigeruch oder ein Schaltruck, der früher nicht da war, melden den nahenden Tausch.

  2. Getriebehydraulik und Sensorik

    Pumpe, Druckspeicher, Ventile und Wegsensoren arbeiten als Einheit. Fällt ein Sensor aus oder verliert das System Druck, bleibt der Wagen im Leerlauf. Häufiges Nachlaufen der Pumpe ist ein frühes Warnzeichen.

  3. Zündspulen am V12

    Die Spulen sitzen auf den Kerzen in einem heißen Motorraum. Nachlassende Isolation erzeugt Aussetzer, zuerst unter Last. Unbehandelt überhitzen die Katalysatoren – der Folgeschaden übersteigt den Spulenwechsel um ein Vielfaches.

  4. Batterie und Ruhestrom

    Beide Generationen ziehen im Stand Strom. Beim V12 Vanquish reagiert das Getriebe auf Unterspannung besonders empfindlich – eine schwache Batterie ist dort oft die Ursache von Schaltfehlern.

  5. Karbonteile der zweiten Generation

    Die Außenhaut aus Kohlefaser rostet nicht, reagiert aber auf Steinschlag und Stoß anders als Blech. Schäden werden instand gesetzt oder ersetzt, nicht ausgebeult – eine Frage für die Kaufprüfung.

  6. Klimaanlage und Innenraum

    Nach zwei Jahrzehnten verlieren die Anlagen der ersten Generation Kältemittel, Kompressor und Trockner lassen nach. Fensterheber und Zentralverriegelung sind weitere typische Baustellen im Innenraum.

Zwei Autos unter einem Namen

Der V12 Vanquish erschien 2001 und war einer der letzten Aston Martin aus Newport Pagnell. Er verband Aluminium mit tragenden Verbundteilen aus Kohlefaser und ein automatisiertes Schaltgetriebe mit Schaltwippen – für einen Gran Turismo jener Jahre eine mutige Technik. Ab 2004 folgte der Vanquish S mit mehr Leistung, 2007 endete die Produktion.

Nach fünf Jahren Pause kam der Name 2012 zurück. Der neue Vanquish entstand in Gaydon auf der jüngsten Ausbaustufe der VH-Architektur, die auch den DB9 trägt, mit Karosserieteilen aus Kohlefaser und Wandlerautomatik. Er hat mit dem Vorgänger Namen, Zylinderzahl und Hubraum gemein – bei Getriebe, Aufbau und Elektronik kaum etwas.

V12 Vanquish / Vanquish SVanquish ab 2012
Bauzeit2001–20072012–2018
WerkNewport PagnellGaydon
Getriebeautomatisierte Sechsgang-HandschaltungTouchtronic, sechs, später acht Gänge
KarosserieAluminium, Verbundteile aus KohlefaserAußenhaut aus Kohlefaser auf Aluminiumstruktur
Offene Versionkeine ab WerkVolante

Erste Generation: das automatisierte Getriebe

Das Getriebe des V12 Vanquish ist ein Schaltgetriebe, dessen Kupplung und Gangwahl eine Elektrohydraulik übernimmt. Pumpe und Druckspeicher halten den Systemdruck, Ventile und Wegsensoren führen die Befehle aus den Schaltwippen aus. Die Technik schaltet unter Last schnell, verlangt aber einen Fahrer, der sie kennt.

Der Verschleiß sitzt in der Kupplung. Belastet wird sie vor allem im Schritttempo – beim Einparken, im Stau, an Steigungen. Nach dem Einbau einer neuen Kupplung wird die Steuerung auf deren Greifpunkt angelernt; wer diesen Schritt auslässt, bekommt harte Schaltvorgänge. Ebenso wichtig ist die Hydraulik selbst – eine nachlaufende Pumpe oder Druckverlust kündigen Ausfälle an.

Viele Fehlermeldungen des Getriebes haben ihre Ursache nicht im Getriebe. Unterspannung, korrodierte Stecker und schwache Masseverbindungen stören die Steuerung. Deshalb beginnt jede Getriebediagnose beim V12 Vanquish mit Batterie und Bordnetz – mit Schaltplan und Messtechnik, bevor ein Bauteil getauscht wird.

Der V12 in beiden Generationen

Beide Generationen nutzen einen V12 mit 5,9 Liter Hubraum, aber in deutlich unterschiedlichen Entwicklungsständen. Gemeinsam sind ihnen Einzelzündspulen, ein großer Kühlkreislauf und viel Wärme unter der Haube. Zündaussetzer zeigen sich oft nur im Fehlerspeicher, bevor der Fahrer sie spürt.

Kühlmittelschläuche, Wasserpumpe und Lüfter verdienen bei der ersten Generation besondere Aufmerksamkeit, weil sie inzwischen über zwanzig Jahre alt sind. Beim Ölservice zählt die Spezifikation, die zum jeweiligen Motorstand gehört – zwischen 2001 und 2018 hat sich die Technik zu stark verändert, um einen Vanquish wie den anderen zu behandeln.

Fahrwerk, Bremsen und Innenraum der ersten Generation

Der V12 Vanquish ist ein schweres Auto mit viel Gewicht auf der Vorderachse. Querlenkerlager, Traggelenke und Stoßdämpfer tragen diese Last seit über zwei Jahrzehnten; ausgeschlagene Buchsen verraten sich durch Flattern beim scharfen Verzögern und durch Nachlaufen in Spurrillen. Der Vanquish S bekam eine straffere Abstimmung und größere Bremsen, die Prüfpunkte bleiben dieselben.

Im Innenraum trifft Handarbeit aus Newport Pagnell auf Schalter und Steuergeräte aus der Großserie jener Zeit. Fensterheber, Zentralverriegelung und Instrumentenbeleuchtung fallen typischerweise nicht schlagartig aus, sondern schleichend. Die Klimaanlage verliert nach über zwanzig Jahren häufig Kältemittel; Lecksuche und der Tausch von Kompressor oder Trockner sind hier Routine, keine Ausnahme.

Zweite Generation: Karbon, Touchtronic, Keramikbremsen

Beim Vanquish ab 2012 besteht die Außenhaut aus Kohlefaser. Das spart Gewicht und schließt klassische Korrosion der Außenteile aus. Dafür werden Schäden anders beurteilt: Ein Stoß kann die Faserstruktur unter intaktem Lack schwächen, Reparaturen verlangen ein eigenes Verfahren. Bei der Kaufprüfung zählen Spaltmaße, Lackschichtdicke und Reparaturnachweise.

Die Touchtronic ist eine Wandlerautomatik und nimmt der zweiten Generation das Kupplungsthema ab. Sie braucht dennoch Pflege: Ölzustand und Schaltverhalten gehören in jede größere Inspektion. Die Keramikbremsen, mit denen viele Fahrzeuge ausgeliefert wurden, halten lange, ihr Zustand lässt sich aber nur messen, nicht mit bloßem Auge einschätzen.

Kauf und laufende Pflege

Beim V12 Vanquish entscheiden Kupplungszustand, Hydraulik und Bordnetz über die ersten Rechnungen nach dem Kauf. Dazu kommt die Frage, ob das Getriebe noch original automatisiert ist oder nachträglich auf Handschaltung umgebaut wurde – und wie sauber dieser Umbau dokumentiert ist. Beim jüngeren Vanquish stehen Unfallfreiheit der Karbonhaut und die Elektronik im Vordergrund. Beides prüft die Kaufberatung gezielt, bevor Sie unterschreiben.

Für die laufende Pflege gilt: Wartung nach Zeit, nicht nur nach Kilometern. Ein Vanquish, der wenig fährt, altert trotzdem – an Batterie, Flüssigkeiten und Dichtungen. Was dabei im Einzelnen geprüft wird, steht beim Aston Martin Service. Auch seltene Teile der ersten Generation lassen sich über unser Netzwerk in Großbritannien und darüber hinaus beschaffen.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem Vanquish machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Aston Martin Service
  • Wartung und Inspektion, Ölwechsel und Filterservice am V12
  • Kupplung und Getriebe, einschließlich der automatisierten Schaltung der ersten Generation
  • Elektrik-Diagnose mit Schaltplänen und Messtechnik, Bordcomputer und Sensorik, Batterie
  • Klimaanlagen-Wartung, Befüllung, Lecksuche, Tausch von Kompressor und Trockner
  • Bremsanlage komplett – Beläge, Scheiben, Hydraulik
  • Kühlsystem
  • Ersatzteilbeschaffung über ein Netzwerk in Deutschland, Großbritannien und weltweit
  • Prüfung vor dem Kauf mit schriftlichem Gutachten

Häufige Fragen

Fragen zum Vanquish

Was unterscheidet den V12 Vanquish vom Vanquish S?

Vor allem Leistung und Abstimmung. Der Vanquish S erhielt eine stärkere Ausbaustufe des V12, eine geänderte Fahrwerksabstimmung, größere Bremsen und Detailänderungen an der Karosserie. Getriebeprinzip und Grundaufbau blieben gleich, damit auch die typischen Wartungsthemen rund um Kupplung und Getriebehydraulik.

Hat der Vanquish ab 2012 dasselbe Getriebe wie der erste?

Nein. Die zweite Generation fährt mit einer Wandlerautomatik namens Touchtronic, anfangs mit sechs, später mit acht Gängen. Das automatisierte Schaltgetriebe mit hydraulisch betätigter Kupplung gibt es nur in der ersten Generation. Kupplungsverschleiß im klassischen Sinn ist beim neuen Vanquish kein Thema.

Kann man den V12 Vanquish auf Handschaltung umrüsten?

Ja, eine solche Umrüstung wurde später werksseitig angeboten und ist an einigen Fahrzeugen umgesetzt. Ob sie für einen bestimmten Wagen sinnvoll ist, hängt von Zustand, Nutzung und Originalitätsanspruch ab. Bei einem Kauf gehört die Frage, ob und wie umgebaut wurde, in die Prüfung.

Wie oft muss die Kupplung beim V12 Vanquish getauscht werden?

Das hängt fast ausschließlich von der Fahrweise ab. Viel Stadtverkehr, Rangieren und Halten am Berg verkürzen die Lebensdauer drastisch, lange Überlandetappen schonen sie. Eine feste Kilometerzahl lässt sich deshalb nicht nennen – der tatsächliche Zustand zeigt sich bei Probefahrt und Diagnose.

Termin für Ihren Vanquish?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.