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Aston Service Hamburg

Aston Martin · 2004–2016

Aston Martin DB9 – Aluminiumstruktur und V12 im Alltag

Der DB9 ist ein Gran Turismo für echte Strecken, nicht für die Vitrine. Diese Seite zeigt, was die geklebte Aluminiumstruktur, der Transaxle-Antrieb und zwölf Jahre Modellpflege für Wartung und Instandsetzung bedeuten.

Steckbrief

Bauzeit
2004–2016, gebaut in Gaydon
Plattform
VH-Architektur aus geklebten Aluminium-Strangpressprofilen und Gussteilen
Motor
V12 mit 5,9 Liter Hubraum, vier Ventile je Zylinder, Saugmotor
Antrieb
Transaxle – Getriebe an der Hinterachse, Kardanwelle in einem Drehmomentrohr
Getriebe
Sechsgang-Automatik Touchtronic mit Schaltwippen; in frühen Jahren auch Sechsgang-Handschaltung
Karosserie
Coupé und Volante, Türen schwenken beim Öffnen leicht nach oben

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des DB9

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Zündspulen und Katalysatoren

    Einzelne Zündspulen verlieren mit Hitze und Alter ihre Isolation. Ein Aussetzer bleibt beim V12 im Fahrgefühl oft unbemerkt, belastet aber die Katalysatoren – der teure Folgeschaden entsteht leise.

  2. Batterie und Ruhestrom

    Der DB9 zieht auch im Stand Strom. Nach zwei, drei Wochen ohne Erhaltungsladung reicht die Spannung oft nicht mehr, und Steuergeräte melden Fehler, die nach dem Laden wieder verschwinden.

  3. Lager und Gelenke an der Vorderachse

    Querlenkerlager und Traggelenke tragen das Gewicht des V12. Verschlissene Lager zeigen sich als Unruhe beim Bremsen, Poltern über Querfugen und ungleichmäßig abgefahrene Reifen.

  4. Lackblasen am Aluminium

    An Türkanten, um Griffe und Spiegelfüße kann sich unter dem Lack fadenförmige Korrosion bilden. Das ist ein Aluminiumthema, kein Rost im klassischen Sinn – aber es wächst, wenn es nicht fachgerecht behandelt wird.

  5. Verbindungen von Stahl und Aluminium

    Wo Stahlschrauben in Aluminium sitzen, etwa an Fahrschemeln und Anbauteilen, korrodieren sie fest. Bei Fahrwerksarbeiten kostet das Zeit und verlangt Werkzeug und Geduld statt Gewalt.

  6. Dichtungen und Wassereintritt

    Die rahmenlosen Scheiben senken sich beim Öffnen der Tür leicht ab. Stimmt diese Einstellung nicht oder sind Dichtungen gealtert, dringt Wasser in Fußraum oder Kofferraum ein.

Der DB9 und die VH-Architektur

Mit dem DB9 begann 2004 in Gaydon eine neue Bauweise. Statt eines Stahlrahmens trägt eine Struktur aus Aluminium-Strangpressprofilen und Gussteilen, die verklebt und punktuell vernietet sind. Aston Martin nannte das Prinzip VH, und es trug über Jahre fast die gesamte Modellpalette – vom V8 Vantage bis zur zweiten Generation des Vanquish.

Für den Besitzer bedeutet das zweierlei. Die Struktur rostet nicht wie Stahl, und sie ist steif genug, dass der Wagen auch nach vielen Jahren nicht knarzt. Dafür lassen sich Schäden an tragenden Teilen nicht mit Richtbank und Schweißgerät beheben. Wer einen DB9 mit Unfallvergangenheit betrachtet, sollte genau wissen, wie repariert wurde.

Transaxle: warum das Getriebe hinten sitzt

Der V12 sitzt weit hinter der Vorderachse, das Getriebe an der Hinterachse. Verbunden sind beide über eine Kardanwelle, die in einem steifen Rohr läuft. So verteilt sich das Gewicht nahezu gleich auf beide Achsen, und der DB9 fährt sich leichter, als seine Größe erwarten lässt.

Die Touchtronic ist eine Wandlerautomatik mit sechs Gängen und Schaltwippen am Lenkrad. Sie ist robust und hat mit den Kupplungssorgen automatisierter Schaltgetriebe nichts zu tun. Sie reagiert aber auf Ölzustand und Temperatur: Wer sie mit altem Öl fährt, bekommt zuerst rauere Schaltvorgänge, später Fehlermeldungen.

Die Handschaltung war in den ersten Jahren lieferbar und ist selten. Bei diesen Fahrzeugen steht die Kupplung mit ihrer Hydraulik im Mittelpunkt jeder Prüfung.

Der V12: Zündung, Hitze, Katalysatoren

Der 5,9-Liter-V12 ist im DB9 ein zuverlässiger Motor, wenn er richtig gewartet wird. Zum Start leistete er rund 450 PS, mit jeder Überarbeitung wurde es mehr. Mechanisch hält er hohe Laufleistungen aus, die Nebenaggregate und die Zündung verschleißen früher.

Die Zündspulen sitzen direkt auf den Kerzen, in einem Motorraum, der sehr heiß wird. Mit dem Alter verlieren sie an Isolation, erst unter Last, dann dauerhaft. Weil der Motor mit elf Zylindern scheinbar normal läuft, ist der Fehlerspeicher der wichtigste Zeuge. Ein gezielter Spulen- und Kerzenwechsel kostet wenig im Vergleich zu überhitzten Katalysatoren.

Kühlmittelschläuche, Wasserpumpe und Thermostat gehören bei Fahrzeugen über zehn Jahren zur regelmäßigen Sichtprüfung. Im Stau zeigen ein schwacher Lüfter oder ein zugesetzter Kühler, wo die Reserve fehlt.

Modellpflege über zwölf Jahre

StandWesentliche Änderungen
ab 2004Coupé, Volante folgt kurz darauf; Touchtronic, anfangs auch Handschaltung
um 2008mehr Leistung, überarbeiteter Innenraum, neue Räder
ab 2012größte Überarbeitung: neue Front, nochmals stärkerer V12, je nach Ausstattung Keramikbremsen
zum SchlussDB9 GT als letzte Ausbaustufe

Die Unterschiede betreffen Motorsteuerung, Fahrwerksabstimmung und Ausstattung. Für die Wartung heißt das: Teilenummern und Einstellwerte immer nach Baujahr und Fahrgestellnummer, nie nach „DB9 allgemein“. Beim Kauf lohnt der Abgleich von Papieren, Serviceheft und tatsächlichem Ausstattungsstand, denn Räder, Bremsen oder Innenraumteile späterer Jahrgänge können nachgerüstet sein.

Fahrwerk, Bremsen und Lack

Vorn und hinten arbeiten Doppelquerlenker aus Aluminium. Ihre Gummilager und Traggelenke tragen einen schweren Frontmotor und altern mit Hitze und Zeit. Ein DB9, der beim Bremsen leicht zieht oder auf Querfugen poltert, braucht keine neuen Dämpfer, sondern meist eine Bestandsaufnahme der Lager. Danach gehört die Achsvermessung dazu.

Die Stahlbremsen der meisten Fahrzeuge sind bei zügiger Fahrweise ein Verschleißthema, bei Wagen mit wenig Kilometern eher ein Standzeitthema: Sättel setzen sich fest, Scheiben rosten ein. Keramikbremsen späterer Fahrzeuge verschleißen anders und werden nach Dicke und Gewicht beurteilt, nicht nach Augenschein.

Beim Lack zeigt sich die Aluminiumkarosserie von ihrer empfindlichen Seite. Blasen an Türkanten oder um Anbauteile sind Korrosion unter der Lackschicht. Überlackieren hält nicht; die Stelle muss bis aufs blanke Metall geöffnet und neu aufgebaut werden.

Elektrik, Klima und Volante

Der DB9 ist ein Fahrzeug mit vielen Steuergeräten. Batterieschwäche, Massefehler und korrodierte Stecker erzeugen Meldungen, die auf ganz andere Bauteile zeigen. Die Eingrenzung läuft deshalb mit Schaltplan und Messtechnik. In den Google-Rezensionen der Werkstatt werden Elektrik und Klima besonders gelobt.

Die Klimaanlage steht im DB9 unter besonderer Last: großer Innenraum, viel Glas, ein heißer Motorraum. Kühlt sie nachlassend, ist eine Lecksuche mit Messung sinnvoller als bloßes Nachfüllen – sonst entweicht das Kältemittel beim nächsten Sommer erneut.

Beim Volante kommen das elektrisch betätigte Stoffverdeck und der Überrollschutz hinzu, der bei einem Überschlag ausfährt. Verdeckmechanik, Dichtungen und Wasserabläufe verlangen Pflege, sonst steht Wasser im Innenraum.

Wer einen DB9 kaufen will, sollte vor allem Fehlerspeicher, Unfallgeschichte und Fahrwerk prüfen lassen. Die Kaufberatung nimmt sich dafür drei bis fünf Stunden. Die regelmäßige Pflege danach übernimmt der Aston Martin Service.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem DB9 machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Aston Martin Service
  • Wartung und Inspektion, Ölwechsel und Filterservice
  • Elektrik-Diagnose mit Schaltplänen und Messtechnik, Bordcomputer und Sensorik, Batterie
  • Klimaanlagen-Wartung, Befüllung und Lecksuche
  • Bremsanlage komplett – Beläge, Scheiben, Hydraulik
  • Kühlsystem, Kupplung und Getriebe
  • Lackierung und Lackaufbereitung
  • Prüfung vor dem Kauf mit schriftlichem Gutachten

Häufige Fragen

Fragen zum DB9

Braucht die Touchtronic im DB9 einen Ölwechsel?

Ja, bei Fahrzeugen dieses Alters ist er sinnvoll. Die Füllung der Sechsgang-Automatik wird oft als Lebensdauerfüllung bezeichnet, doch Öl altert mit Wärme und Zeit. Ruckende oder verzögerte Schaltvorgänge sind ein Signal, Ölzustand und Fehlerspeicher zu prüfen, bevor die Mechanik Schaden nimmt.

Was hat sich bei den Facelifts des DB9 geändert?

Vor allem Motorleistung, Fahrwerk und Details. Um 2008 bekam der V12 mehr Leistung, Innenraum und Räder wurden überarbeitet. 2012 folgte die größte Überarbeitung mit neuer Frontpartie und nochmals stärkerem Motor. Den Abschluss bildete der DB9 GT. Die Grundarchitektur blieb über alle Jahre gleich.

Kann man einen DB9 nach einem Unfall wie ein Stahlauto richten?

Nein. Die tragende Struktur besteht aus geklebten und genieteten Aluminiumprofilen und lässt sich nicht wie Stahl richten und schweißen. Schäden an der Struktur verlangen ein eigenes Reparaturverfahren. Außenhautschäden und Lackarbeiten sind davon getrennt zu betrachten.

Wie lange darf ein DB9 ohne Ladegerät stehen?

Wenige Wochen. Der Ruhestrom der Steuergeräte leert die Batterie schneller als bei älteren Fahrzeugen. Wer den Wagen über den Winter oder länger abstellt, sollte ein Erhaltungsladegerät anschließen – das erspart Fehlermeldungen und eine vorzeitig gealterte Batterie.

Termin für Ihren DB9?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.