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Aston Service Hamburg

Aston Martin · 2005–2017

Aston Martin V8 Vantage – Sportshift, Handschalter und Trockensumpf

Der moderne V8 Vantage ist der kompakteste Aston Martin seiner Generation – und sein Zustand hängt stark am Getriebe. Hier steht, was 4,3 und 4,7 Liter trennt, warum die Sportshift-Kupplung das Wartungsthema Nummer eins ist und wie sich der klassische V8 Vantage abgrenzt.

Steckbrief

Bauzeit
2005–2017, gebaut in Gaydon
Plattform
VH-Architektur aus geklebtem Aluminium, Transaxle mit Getriebe an der Hinterachse
Motoren
V8 mit Trockensumpfschmierung, zunächst 4,3 Liter, ab 2008 4,7 Liter
Getriebe
Sechsgang-Handschaltung oder Sportshift als automatisierte Handschaltung; im V8 Vantage S Sportshift II mit sieben Gängen
Karosserie
Coupé und Roadster mit Stoffverdeck
Sondermodelle
Unter anderem N400, N420, N430 und V8 Vantage S

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des V8 Vantage

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Kupplung der Sportshift

    Die Sportshift nutzt eine konventionelle Trockenkupplung, die ein Aktuator betätigt. Stadtverkehr, Anfahren am Berg und Rangieren verschleißen sie schneller als zügige Überlandfahrt. Rutschen und verzögertes Einkuppeln sind die ersten Zeichen.

  2. Hydraulik der Sportshift

    Pumpe, Druckspeicher und Aktuator bilden ein eigenes Hydrauliksystem. Läuft die Pumpe häufig nach oder erscheinen Getriebewarnungen, lohnt eine Prüfung, bevor der Wagen im Leerlauf stehen bleibt.

  3. Kupplung beim Handschalter

    Auch der Handschalter ist kein Kupplungsschoner. Ein hoch kommendes Pedal, Rupfen beim Anfahren oder Geruch nach steiler Auffahrt kündigen den Tausch an; Geber- und Nehmerzylinder werden mitgeprüft.

  4. Ölundichtigkeiten am V8

    Öl an den Nockenwellendeckeln oder in den Kerzenschächten kommt bei älteren Motoren vor. In den Schächten schadet es den Zündspulen, deshalb gehört ein Blick dorthin zu jeder Inspektion.

  5. Batterie und Standzeit

    Wer den Vantage wochenlang ohne Ladegerät abstellt, findet oft eine entladene Batterie vor. Eine schwache Batterie verursacht bei der Sportshift zusätzlich Fehlermeldungen und unsaubere Schaltvorgänge.

  6. Verdeck des Roadster

    Stoff, Dichtungen und Wasserabläufe altern. Verstopfte Abläufe führen Wasser in den Innenraum, ein stockender Mechanismus deutet auf Sensoren oder Antrieb, nicht zwingend auf das Gestänge.

Der moderne V8 Vantage: kompakt auf der VH-Basis

Der V8 Vantage kam 2005 als kleinster Aston Martin seiner Zeit. Er nutzt dieselbe geklebte Aluminiumarchitektur wie der DB9, aber mit kürzerem Radstand und zwei Sitzen. Weit zurückgesetzter Motor vorn, Getriebe hinten: Diese Gewichtsverteilung macht den Wagen trotz V8 leichtfüßig.

Gebaut wurde das Auto in Gaydon, die Motoren entstanden in einem eigenen Motorenwerk in Köln. Über gut zwölf Jahre wuchs die Baureihe um den Roadster, um mehrere limitierte Sondermodelle und den stärkeren V8 Vantage S.

Die Motoren: 4,3 und 4,7 Liter mit Trockensumpf

Der Achtzylinder hat vier obenliegende Nockenwellen und Trockensumpfschmierung. Das Öl liegt in einem separaten Behälter, eine Pumpe versorgt den Motor auch bei hohen Querbeschleunigungen zuverlässig. Dafür ist die Ölstandsmessung ein eigenes Verfahren, und eine Überfüllung ist leichter passiert als bei einem normalen Motor.

4,3 Liter4,7 Liter
Bauzeit2005–20082008–2017
Leistungrund 385 PSrund 425 PS, im Vantage S mehr
GetriebeHandschaltung, später SportshiftHandschaltung, Sportshift, im S Sportshift II
KarosserieCoupé, RoadsterCoupé, Roadster

Mechanisch sind beide Motoren robust. Die Aufmerksamkeit gilt Dichtungen, Zündspulen und Kühlung: Öl in den Kerzenschächten, nachlassende Spulen und ein Kühlsystem, das im Stadtverkehr an Reserve verliert. Wer diese drei Punkte bei jeder Inspektion prüft, fährt den Motor sehr lange ohne größere Eingriffe.

Sportshift gegen Handschalter

Die Sportshift ist kein Doppelkupplungsgetriebe, sondern ein Schaltgetriebe mit automatisch betätigter Kupplung und Gangwahl. Ein Hydrauliksystem aus Pumpe, Druckspeicher und Aktuator übernimmt, was sonst Fuß und Hand erledigen. Das Ergebnis sind schnelle Gangwechsel unter Last und ein ruckhaftes Verhalten beim Rangieren, das viele Besitzer anfangs irritiert.

Der Verschleiß entsteht dort, wo die Kupplung schleift. Kriechen im Stau, Halten am Berg mit Gas und langsames Einparken kosten mehr Belag als eine ganze Autobahnetappe. Nach einem Kupplungstausch muss das System den neuen Kupplungspunkt kennen – ohne diesen Schritt schaltet auch eine neue Kupplung unsauber.

Der Handschalter ist die einfachere Technik, aber keine verschleißfreie. Die Kupplung überträgt ein kräftiges Drehmoment an ein Getriebe weit hinten im Wagen; die Hydraulik mit Geber- und Nehmerzylinder gehört bei jeder Kupplungsarbeit dazu. Beide Varianten laufen unter Kupplung und Getriebe im Leistungsumfang.

Fahrwerk und Bremsen

Der kurze Radstand macht den Vantage agil und zugleich empfindlich für ausgeschlagene Lager. Doppelquerlenker vorn und hinten, straffe Abstimmung, breite Reifen: Schon leicht verschlissene Buchsen machen sich als Spurrillenempfindlichkeit und unruhiges Einlenken bemerkbar. Nach Arbeiten an Lagern oder Traggelenken gehört die Vermessung zwingend dazu.

Bremsscheiben und Beläge verschleißen bei sportlicher Fahrweise deutlich schneller als bei einem Gran Turismo. Wer den Wagen nur im Sommer bewegt, hat das umgekehrte Problem: Flugrost auf den Scheiben und Kolben, die nach dem Winter hängen. Die Bremsflüssigkeit wird unabhängig von der Laufleistung nach Zeit gewechselt.

Roadster, Elektrik und Klima

Der Roadster ergänzt das Stoffverdeck samt Mechanik, Dichtungen und Wasserabläufen. Die Karosserie ist ab Werk für den Betrieb ohne festes Dach ausgelegt, Knarzgeräusche deuten eher auf Dichtungen und Verkleidungen als auf die Struktur. Das Verdeck sollte vor dem Schließen trocken sein, sonst setzen sich Stockflecken im Stoff fest.

Elektrik und Klima folgen dem Muster der VH-Fahrzeuge: viele Steuergeräte, hoher Ruhestrom, eine Klimaanlage, die in einem kleinen Innenraum mit großer Heckscheibe viel zu tun hat. Eine schwache Batterie ist beim Vantage oft die Wurzel scheinbar unzusammenhängender Fehler – vor allem bei der Sportshift.

Abgrenzung: der klassische V8 Vantage

Der Name ist älter als dieses Auto. Ab Ende der Siebziger baute Aston Martin in Newport Pagnell einen V8 Vantage auf Basis des großen AM V8 – mit dem Marek-V8 von 5,3 Litern, Weber-Vergasern und markanter geschlossener Front. In den Neunzigern folgte ein weiterer V8 Vantage auf Basis des Virage, mit zwei Kompressoren.

Technisch haben diese Fahrzeuge mit dem modernen Vantage nur den Namen gemein: Stahlplattform mit Aluminiumhaut statt geklebter Aluminiumstruktur, Vergaser beziehungsweise Kompressoraufladung statt moderner Motorsteuerung, Handarbeit statt Serienfertigung. Die klassischen Vantage aus den Siebzigern und Achtzigern können inzwischen ein H-Kennzeichen tragen, sofern der Erhaltungszustand stimmt.

In der Wartung trennen sich die Welten deutlich. Beim klassischen Vantage stehen Vergaserabstimmung, die Kühlung des großen Achtzylinders und die Substanz von Plattform und Aluminiumhaut im Vordergrund. Beim modernen sind es Kupplung, Fehlerspeicher und Bordelektronik – gleicher Name, völlig andere Prüfliste.

Vor dem Kauf eines modernen oder klassischen Vantage lohnt eine gründliche Prüfung. Beim modernen Wagen richtet die Kaufberatung den Blick vor allem auf Kupplungszustand, Sportshift-Hydraulik und Unfallgeschichte.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem V8 Vantage machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Aston Martin Service
  • Wartung und Inspektion, Ölwechsel und Filterservice am Trockensumpf-V8
  • Kupplung und Getriebe, auch bei der Sportshift
  • Elektrik-Diagnose mit Schaltplänen und Messtechnik, Bordcomputer und Sensorik, Batterie
  • Klimaanlagen-Wartung, Befüllung und Lecksuche
  • Bremsanlage komplett – Beläge, Scheiben, Hydraulik
  • Kühlsystem
  • Prüfung vor dem Kauf mit schriftlichem Gutachten

Häufige Fragen

Fragen zum V8 Vantage

Sportshift oder Handschalter – was ist beim V8 Vantage besser?

Für den Unterhalt meist der Handschalter. Er hat weniger Komponenten, die Kupplung wird direkt vom Fahrer dosiert. Die Sportshift fährt sich sportlicher, verlangt aber einen bewussten Stil und belastet die Kupplung im Stadtverkehr stärker. Hinzu kommt ihre eigene Hydraulik, die mit dem Alter Aufmerksamkeit braucht.

Wie schone ich die Kupplung der Sportshift?

Indem Sie Kriechen und Halten am Berg mit Gas vermeiden. Im Stand die Bremse nutzen, beim Rangieren zügig statt schleifend fahren und im Stau lieber Abstand lassen, statt ständig anzurollen. So bleibt die Kupplung kürzer im Schlupf, und genau der entscheidet über ihre Lebensdauer.

Was unterscheidet den 4,7 Liter vom 4,3 Liter?

Mehr Hubraum, mehr Drehmoment, rund 40 PS mehr Leistung. Mit dem größeren Motor kamen ab 2008 Detailänderungen an Fahrwerk und Innenraum. Grundkonstruktion und Trockensumpf blieben gleich, auch die typischen Wartungsthemen unterscheiden sich kaum.

Wie wird beim V8 Vantage der Ölstand geprüft?

Warm und nach der Vorgabe des Wartungshandbuchs, nicht wie bei einem kalten Motor mit Nasssumpf. Beim Trockensumpf liegt das Öl in einem separaten Behälter, der Stand hängt von Temperatur und Laufzustand ab. Kalt gemessen führt er leicht zu Überfüllung.

Termin für Ihren V8 Vantage?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.