Zwei Motoren, eine Karosserie
Der DB7 war ab 1994 der Aston Martin, der die Marke wieder in größeren Stückzahlen auf die Straße brachte. Gebaut wurde er nicht in Newport Pagnell, sondern in einem eigenen Werk in Bloxham. Technisch steht er auf einer Plattform, deren Wurzeln in der Jaguar-Welt jener Jahre liegen – beide Marken gehörten damals zu Ford.
Für die Werkstatt zerfällt der DB7 in zwei Autos. Bis 1999 gab es nur den i6 mit aufgeladenem Reihensechszylinder. Danach kam der V12 Vantage, der den Sechszylinder bald ablöste. Karosserie, Innenraum und viele Nebenaggregate sind ähnlich, Motor, Getriebe, Kühlung und Abgasanlage nicht.
| DB7 i6 | DB7 V12 Vantage | GT / GTA | |
|---|---|---|---|
| Motor | Reihensechszylinder mit Kompressor | V12, Saugmotor | V12, Saugmotor |
| Hubraum | 3,2 Liter | 5,9 Liter | 5,9 Liter |
| Getriebe | Schaltgetriebe oder Automatik | Sechsgang manuell oder Fünfgang-Automatik | GT manuell, GTA Automatik |
| Karosserie | Coupé, Volante | Coupé, Volante | Coupé |
Der i6: Sechszylinder unter Druck
Der Sechszylinder des i6 verwandte Konstruktionsprinzipien aus dem Jaguar-Regal, wurde aber für den DB7 mit einem mechanisch angetriebenen Kompressor versehen. Das Ergebnis ist ein Motor mit kräftigem Drehmoment von unten und deutlich mehr Wärme im Motorraum, als der Hubraum vermuten lässt.
Diese Wärme ist das Thema der Wartung. Kühlmittelschläuche, Ausgleichsbehälter und Wasserpumpe arbeiten dauerhaft an der Grenze, Gummiteile im Motorraum altern schneller. Beim Kompressor selbst lohnt ein Blick auf Antriebsriemen, Lager und Laufgeräusch – ein neues Mahlen oder Heulen kündigt Verschleiß meist rechtzeitig an.
Der V12 Vantage: zwölf Zylinder, zwölf Spulen
Mit dem V12 Vantage kam 1999 der Zwölfzylinder in den DB7. Er arbeitet mit Einzelzündspulen auf jedem Zylinder und elektronischem Motormanagement. Die Spulen sind ein Verschleißteil: Hitze und Alter lassen die Isolation nachgeben, erst unter Last, später auch im Leerlauf.
Ein Aussetzer ist beim V12 kein Komfortproblem. Der Motor läuft auf elf Zylindern scheinbar normal weiter, während unverbrannter Kraftstoff in die Katalysatoren gelangt und sie überhitzt. Deshalb wird ein Fehlerspeichereintrag zu Zündaussetzern am V12 sofort bearbeitet – mit Messung, nicht mit dem pauschalen Tausch aller Spulen.
Die späten GT und GTA holen aus demselben Motor mehr Leistung und bekamen Änderungen an Fahrwerk und Bremsen. Für die Werkstatt ändert sich wenig: Wartungsumfang und typische Fehlerbilder entsprechen dem V12 Vantage.
Elektrik, Klima und Volante-Verdeck
Der DB7 ist der erste Aston Martin, den viele Besitzer als „Youngtimer mit Steuergeräten“ erleben. Wegfahrsperre, Zentralverriegelung, Fensterheber und Instrumente sind vernetzt, ein schwacher Massepunkt kann gleich mehrere Funktionen stören. Auch eine tiefentladene Batterie nach dem Winter kann Fehlermeldungen auslösen, die mit ihr scheinbar nichts zu tun haben. Die Diagnose läuft deshalb über Schaltplan und Messtechnik, nicht über Teiletausch nach Verdacht.
Die Klimaanlage ist ein eigenes Kapitel. Nach zwei bis drei Jahrzehnten sind Dichtungen hart, der Trockner gesättigt, der Kompressor oft am Ende seiner Laufzeit. Wie Lecksuche und Instandsetzung ablaufen, beschreibt der Beitrag zur Klimaanlage im Oldtimer.
Beim Volante kommt das Verdeck hinzu. Pumpe, Zylinder und Endschalter arbeiten zusammen; läuft das Verdeck zögerlich, ist fast immer Hydraulikdruck oder Signal das Problem, selten das Gestänge. Undichte Zylinder sollten früh getauscht werden, bevor Hydrauliköl Stoff und Innenraum angreift.
Getriebe, Fahrwerk und Bremsen
Viele DB7 fahren mit Wandlerautomatik. Sie ist ein bewährtes Großseriengetriebe und verträgt Laufleistung gut, solange das Öl in Ordnung ist und nicht überhitzt. Verzögerte Gangwechsel, Rucken beim Einlegen oder ein Schlupf beim Hochschalten sind Anlass für Ölprüfung und Diagnose, bevor mechanischer Schaden entsteht.
Beim Schaltgetriebe steht die Kupplung im Mittelpunkt. Der V12 bringt viel Drehmoment auf die Reibscheibe, ein rutschender Antrieb unter Volllast oder ein hoch kommendes Pedal kündigen den Tausch an. Die Kupplungshydraulik mit Geber- und Nehmerzylinder wird dabei gleich mit geprüft.
Das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung rundum hängt an vielen Gummilagern. Nach zwanzig Jahren und mehr sind sie rissig, der Wagen fährt unpräzise und poltert über Querfugen. Bremsscheiben und Sättel sind beim schweren V12 stärker gefordert; lange Standzeiten setzen Kolben und Führungen zu.
Karosserie und Kaufentscheidung
Die Stahlkarosserie ist der Punkt, an dem sich DB7 von DB7 am stärksten unterscheidet. Ein Wagen mit Wintereinsatz in früheren Jahren kann an Schwellern, Radläufen und Unterboden mehr Arbeit bedeuten als jeder Motorbefund. Karosserie-Instandsetzung und Schweißarbeiten gehören zum Leistungsumfang, beurteilt wird aber zuerst auf der Hebebühne.
Wer einen DB7 kaufen will, sollte ihn deshalb gründlich prüfen lassen. Bei der Kaufberatung stehen Unterboden, Motor, Elektrik und Klima im Mittelpunkt; das Ergebnis erhalten Sie schriftlich. Für die laufende Pflege danach steht der Aston Martin Service bereit.