Zum Inhalt springen
Aston Service Hamburg

Aston Martin · 1958–1970

Aston Martin DB5 und DB6 – Technik der Marek-Sechszylinder

DB4, DB5 und DB6 teilen Motor, Grundkonzept und die Aluminiumhaut – und damit auch ihre typischen Schäden. Hier steht, was die Baureihen trennt, wo die Karosserie von innen nachgibt und worauf es bei Wartung und Restaurierung ankommt.

Steckbrief

Baureihen
DB4 (1958–1963), DB5 (1963–1965), DB6 (1965–1970)
Motor
Reihensechszylinder von Tadek Marek, Aluminiumblock und -kopf, zwei obenliegende Nockenwellen
Hubraum
3,7 Liter im DB4, 4,0 Liter in DB5 und DB6
Gemischaufbereitung
Drei SU-Vergaser; Vantage-Motoren mit drei Weber-Doppelvergasern; beim DB6 Mk2 optional mechanische Einspritzung
Getriebe
ZF-Fünfgang-Schaltgetriebe oder Automatik von Borg-Warner
Karosserie
Aluminiumhaut; DB4 und DB5 auf Superleggera-Rohrgerüst nach Touring-Lizenz, DB6 auf Stahlblech-Unterbau
Offene Versionen
Convertible und Volante

Worauf wir achten

Die Schwachstellen des DB5 und DB6

Was an diesem Modell zuerst altert – und was wir bei jedem Termin gezielt ansehen.

  1. Kontaktkorrosion zwischen Aluminium und Stahl

    Wo die Aluminiumhaut auf Stahlrohren oder Stahlblech aufliegt, entsteht galvanische Korrosion. Sie beginnt verdeckt an Radläufen, Türunterkanten und Falzen und zeigt sich außen erst als Blasen, wenn das Blech schon angegriffen ist.

  2. Plattformrahmen und Schweller

    Unter der Aluminiumhaut steckt ein Plattformrahmen aus Stahl. Schweller, Bodenbleche, Wagenheberaufnahmen und die Anlenkpunkte der Hinterachse rosten und lassen sich nur mit abgenommenen Außenteilen sauber beurteilen.

  3. Kühlung des Aluminiummotors

    Aluminiumblock und Stahl- oder Eisenteile im Kreislauf verlangen Kühlmittel mit wirksamem Korrosionsschutz. Zugesetzte Kühler und müde Lüfter machen sich im Stadtverkehr bemerkbar – bei den großen Sechszylindern eine bekannte Grenze.

  4. Masse und Lucas-Elektrik

    Masseverbindungen auf Aluminium oxidieren, Übergangswiderstände wandern. Flackernde Instrumente, schwache Scheinwerfer und schleichende Batterieentladung haben oft hier ihre Ursache, nicht im Verbraucher selbst.

  5. Vergaserabstimmung nach Standzeit

    Drei Vergaser müssen gleich ziehen. Nach langer Standzeit verharzen Düsen und Schwimmer, die Synchronisation verläuft – der Motor läuft unrund, patscht zurück oder überfettet im Leerlauf.

  6. Bremsen nach langer Standzeit

    Die Scheibenbremsen rundum mit Servounterstützung vertragen lange Standzeiten schlecht. Kolben setzen sich fest, die hygroskopische Bremsflüssigkeit altert, Servo und Leitungen verlieren Dichtheit.

DB4, DB5, DB6: was die drei Baureihen trennt

Die Familie beginnt 1958 mit dem DB4, doch gesucht und gefahren werden heute vor allem DB5 und DB6. Alle drei stammen aus Newport Pagnell, alle drei tragen den Reihensechszylinder von Tadek Marek. Die Unterschiede liegen im Aufbau der Karosserie, im Hubraum und in der Ausstattung – und bestimmen, wo ein Wagen heute Arbeit macht.

DB4DB5DB6
Bauzeit1958–19631963–19651965–1970
Hubraum3,7 Liter4,0 Liter4,0 Liter
KarosserieträgerSuperleggera-RohrgerüstSuperleggera-RohrgerüstStahlblech-Unterbau
HeckrundrundAbrisskante
Offene VersionConvertibleConvertibleVolante

Der DB5 ist im Kern ein weiterentwickelter DB4 mit größerem Motor und überarbeiteter Ausstattung. Der DB6 wirkt ähnlich, ist aber ein anderes Auto: längerer Radstand, mehr Platz im Fond, höheres Dach. Ab 1969 folgte der DB6 Mk2 mit ausgestellten Radläufen und breiteren Rädern.

Die offenen Wagen verdienen einen eigenen Blick. Ohne festes Dach fehlt der Karosserie Steifigkeit, die der Unterbau allein tragen muss. Rost an Schwellern und Türsäulen wirkt sich hier schneller auf Spaltmaße und Türschlösser aus. Dazu kommen Verdeckgestänge, Dichtungen und – je nach Ausführung – der Verdeckantrieb.

Der Marek-Sechszylinder: Aluminium, Kette, drei Vergaser

Marek konstruierte den Motor mit Block und Zylinderkopf aus Aluminium, Laufbuchsen und zwei kettengetriebenen obenliegenden Nockenwellen. Das spart Gewicht über der Vorderachse, macht den Motor aber empfindlich für falsches Kühlmittel und Überhitzung. Ein verzogener Kopf oder angegriffene Dichtflächen sind die typische Folge vernachlässigter Kühlung.

Serienmäßig atmet der Motor über drei SU-Vergaser. Die Vantage-Versionen von DB5 und DB6 setzen auf drei Weber-Doppelvergaser und eine schärfere Abstimmung. Beim DB6 Mk2 war zusätzlich eine mechanische Einspritzung lieferbar; viele dieser Anlagen wurden im Lauf der Jahre auf Vergaser zurückgebaut.

Die SU-Dreifachanlage verzeiht wenig: Unterschiedlicher Luftdurchsatz zwischen den Vergasern zeigt sich als unruhiger Leerlauf und schlechtes Ansprechen. Synchronisiert wird mit Messgerät, nicht nach Gehör, und erst nachdem Zündung und Ventilspiel stimmen.

Beim Getriebe setzte sich im DB5 das Fünfgang-Schaltgetriebe von ZF durch, alternativ gab es eine Automatik von Borg-Warner. Die Hinterachse ist starr, an Längslenkern und Wattgestänge geführt; ihre Gummilager und das Differenzial gehören bei jeder größeren Inspektion auf die Liste.

Superleggera: warum die Aluminiumhaut von innen korrodiert

Beim DB4 und DB5 liegt die Aluminiumhaut auf einem Gerüst aus dünnen Stahlrohren, das auf den Plattformrahmen gesetzt ist – das Superleggera-Prinzip von Touring. Das Aluminium wird um die Kanten gefalzt und berührt den Stahl an unzähligen Punkten. Mit Feuchtigkeit und Salz entsteht dort ein galvanisches Element, und das unedlere Aluminium zersetzt sich.

Die Korrosion arbeitet unsichtbar. Außen erscheinen zuerst feine Blasen im Lack entlang der Radläufe, an Türunterkanten und Scheibenrahmen. Wer dann nur den Lack ausbessert, konserviert das Problem. Tragfähig ist allein, die Kontaktstellen freizulegen, das angegriffene Material zu ersetzen und Aluminium und Stahl dauerhaft voneinander zu trennen.

Der DB6 verzichtet auf das Rohrgerüst und nutzt einen Unterbau aus Stahlblech. Das Prinzip der Kontaktkorrosion bleibt, die Flächen sind nur anders verteilt. Bei allen drei Baureihen kommt der Plattformrahmen selbst hinzu: Schweller und Böden rosten wie bei jedem Stahlauto dieser Zeit, nur verdeckt unter Aluminium.

Wartung: worauf es beim DB5 und DB6 ankommt

Der Sechszylinder braucht regelmäßige Ölwechsel mit einem Öl, das zu Alter und Zustand passt, dazu Ventilspiel, Zündung und Vergaser in einem Arbeitsgang. Das Kühlsystem wird gespült, nicht nur aufgefüllt; ein zugesetzter Kühler ist bei diesen Motoren die häufigste Ursache für steigende Temperaturen im Hamburger Stadtverkehr.

Die Elektrik stammt von Lucas. Sie ist robuster als ihr Ruf, solange Masseverbindungen und Steckverbinder sauber sind – auf einer Aluminiumkarosserie ist genau das die Schwachstelle. Wie wir Fehler mit Schaltplan und Messtechnik eingrenzen, beschreibt der Beitrag zu Lucas-Elektrik.

Die Bremsanlage mit Scheiben rundum und Servo verlangt frische Flüssigkeit und bewegliche Kolben. Ein Wagen, der die meiste Zeit steht, verliert hier zuerst an Sicherheit. Welche Arbeiten in welchem Abstand fällig werden, fasst unser Aston Martin Service zusammen.

Restaurierung und größere Arbeiten

Eine Restaurierung am DB5 oder DB6 beginnt an der Karosserie. Erst mit abgenommenen Außenhautteilen zeigt sich, wie viel vom Rohrgerüst oder Unterbau und vom Plattformrahmen tragfähig ist. Danach richtet sich der gesamte weitere Umfang – Motorrevision und Elektrik folgen, nicht umgekehrt.

Jede Arbeitsphase wird fotografisch dokumentiert, vor jeder größeren Arbeit steht ein schriftlicher Kostenvoranschlag. Zeigt sich beim Öffnen ein Mehrbefund, wird zuerst gesprochen, dann weitergearbeitet. Mehr zum Ablauf steht unter Oldtimer-Restaurierung.

Teile für die Marek-Motoren und die Karosserie kommen über ein Netzwerk in Deutschland, Großbritannien und weltweit. Wer einen DB5 oder DB6 kaufen will, sollte ihn vorher untersuchen lassen: Unsere Kaufberatung dauert drei bis fünf Stunden, der größte Teil davon gilt Rahmen und Aluminiumhaut.

In der Werkstatt

Was wir an Ihrem DB5 und DB6 machen

Vor jeder größeren Arbeit erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Zeigt sich unterwegs mehr, rufen wir an, bevor es weitergeht.

Mehr zum Aston Martin Service
  • SU-Vergaser einstellen, synchronisieren und überholen – auch die Dreifachanlage
  • Karosserie-Instandsetzung und Schweißarbeiten an Plattformrahmen, Schwellern und Böden
  • Elektrik-Diagnose mit Schaltplänen und Messtechnik, Lucas-Elektrik, Bordnetz-Reparatur und Neuverlegung
  • Kühlsystem, Kupplung und Getriebe, Motorrevision
  • Bremsanlage komplett – Beläge, Scheiben, Hydraulik
  • Komplett- und Teilrestaurierung mit Fotodokumentation jeder Arbeitsphase
  • Ersatzteilbeschaffung über ein Netzwerk in Deutschland, Großbritannien und weltweit
  • Prüfung vor dem Kauf mit schriftlichem Gutachten

Häufige Fragen

Fragen zum DB5 und DB6

Worin unterscheidet sich der DB6 technisch vom DB5?

Vor allem im Aufbau. Der DB6 hat einen längeren Radstand, ein höheres Dach und das abrupt abgeschnittene Heck mit Abrisskante. Statt des Superleggera-Rohrgerüsts trägt ein Unterbau aus Stahlblech die Aluminiumhaut. Motor und Antriebsstrang entsprechen im Kern dem DB5, Servolenkung gab es beim DB6 auf Wunsch.

Rostet ein Aston Martin DB5 trotz Aluminiumkarosserie?

Ja, und zwar an zwei Stellen. Der Plattformrahmen aus Stahl rostet klassisch an Schwellern und Böden. Zusätzlich korrodiert die Aluminiumhaut dort, wo sie Stahl berührt. Beides entsteht verdeckt und wird bei oberflächlicher Besichtigung regelmäßig unterschätzt.

Was ist ein DB5 oder DB6 Vantage?

Eine leistungsgesteigerte Motorvariante, keine eigene Karosserie. Vantage-Motoren von DB5 und DB6 arbeiten mit drei Weber-Doppelvergasern statt der SU-Anlage und schärferer Abstimmung. Ob ein Wagen ab Werk als Vantage ausgeliefert oder später umgerüstet wurde, klären Fahrgestell- und Motornummer zusammen mit den Werksunterlagen.

Lohnt sich eine Prüfung vor dem Kauf eines DB5 oder DB6?

Ja, gerade bei diesen Modellen. Der Zustand von Rahmen und Aluminiumhaut entscheidet über den Aufwand der nächsten Jahre, ist aber außen kaum zu erkennen. Die Prüfung dauert drei bis fünf Stunden und endet mit einem schriftlichen Gutachten, auf Wunsch mit Begleitung zur Besichtigung.

Welches Getriebe hat ein DB5?

In aller Regel ein Fünfgang-Schaltgetriebe von ZF, alternativ eine Automatik von Borg-Warner. Frühe DB5 wurden je nach Fahrzeug noch mit einem Vierganggetriebe von David Brown ausgeliefert. Welche Ausführung verbaut ist, zeigt ein Blick auf Getriebe und Fahrgestellnummer.

Termin für Ihren DB5 und DB6?

Schreiben Sie uns Modell, Baujahr und Anliegen – Patrick Bunge meldet sich persönlich.